Die Menschenrechte im Islam

ISBN: 3821702214
Format:
Seitenzahl: 122
Qualität: Kartoniert
Auflage: 7. Auflage
Publikation Datum: 2001
Autor: Muhammad Ahmad Rassoul
Verleger: Islamische Bibliothek

Kurzbeschreibung:

Wenn wir in den islamischen Gesetzen weiter nachforschen und im Qur’an lesen: ”Und wahrlich, Wir haben die Kinder Adams geehrt und sie über Land und Meer getragen und sie mit guten Dingen versorgt und sie ausgezeichnet - eine Auszeichnung vor jenen vielen, die Wir erschaffen haben“, finden wir heraus, dass Menschenrecht göttlicher Natur ist und dass es seine Legitimation von Allah (t) hat. Derartige Legitimation fehlt verständlicherweise bei der Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen, weil sie von Menschen gemacht ist. Bevor wir uns mit dem vorliegenden Thema befassen, dürfen wir hier durch einige Zitate und Beispiele Vergleiche zur christlichen Welt ziehen; zunächst über ”Pastor Friedrich v. Bodelschwingh. Er behauptet in Treysa, die Sterilisierung Behinderter entspreche dem Willen Jesu.

Bodelschwingh wörtlich: »Ich würde den Mut haben ... in Gehorsam gegen Gott die Eliminierung an anderen Leibern zu vollziehen«. In diesem Raum stellen 1931 evangelische Anstaltsleiter Forderungen auf, die das Hitler-Regime zwei Jahre später in die Praxis umsetzen wird. In der Treysaer Erklärung heißt es: »Träger erblicher Anlagen, die Ursache sozialer Minderwertigkeit und Fürsorgebedürftigkeit sind, sollten tunlichst von der Fortpflanzung ausgeschlossen werden.« Die v. Bodelschwinghschen Anstalten in Bethel - das heißt übersetzt: "Haus Gottes".

Die Einrichtung liegt großflächig in einem Tal bei Bielefeld und bietet heute rund 6000 Mitarbeitern Arbeit und etwa 5000 Behinderten Unterkunft und Beschäftigung. Bethel ist die größte und weltweit bekannteste deutsche Behinderten-Einrichtung. Als 1933 das "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" verkündet wird, dem bis Kriegsende etwa 400000 angeblich Erbkranke zum Opfer fallen, erwirbt die Anstalt die staatliche Zulassung, sterilisieren zu dürfen. Nicht nur in Bethel, in fast allen Heimen der Inneren Mission werden die eigenen Bewohner aus Überzeugung unfruchtbar gemacht. Jedes 5. Krankenhaus, das zur Sterilisation zugelassen wird, ist in evangelischer Trägerschaft. In ihrer Verblendung glauben protestantische Pastoren und Ärzte, Krankheit und Leid wegsterilisieren zu können“ ”Wiedergutmachung ist eine andere Frage. Die Übereinstimmung zwischen Entschuldigung und einer echten Reue des Herzens kann kein Mensch überprüfen; denn dies ist eine Angelegenheit des Allmächtigen Schöpfers.

So gab z.B. die Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland 1985 eine Erklärung ab: »Wir bekennen, dass wir in unserer Kirche zu wenig Widerstand gegen die Zwangssterilisierung, die Ermordung kranker und behinderter Menschen und gegen unmenschliche Menschenversuche geleistet haben. Wir bitten die überlebenden Opfer und die hinterbliebenen Angehörigen der Ermordeten um Vergebung.« So eindeutig ist selten innerhalb der Kirchen zuvor und danach eigene Schuld bekannt worden.“

”In ihrem fanatischen Wahnsinn warf sich die Kirche gegen die tiefsten und heiligsten Bande, die den Menschen an das All knüpften. Sie hat den Menschen von der Natur gewaltsam losgerissen, ihn isoliert, zwischen Himmel und Erde gehängt.“ ”Rein quantitativ betrachtet ist die christliche Kirche, ist insbesondere die römisch-katholische Kirche mehr belastet als in irgendeiner früheren Epoche ihrer Geschichte.“

”Christenrechte können in der Kirche nicht eingeklagt werden. Zwar fordert die römische Kirche den Schutz der Menschenrechte im staatlichen Raum, in ihrem eigenen Revier aber hält sie nicht viel davon. Christenrechtsverletzungen wie Sakramentenausschluß, Entzug der Lehrerlaubnis, Diskriminierung, Sexismus, Inquisitionsverfahren können nicht mittels einer (eben dafür gar nicht vorhandenen) kirchlichen Justiz geahndet werden. Die Rechtsverletzer gehen allemal straffrei aus, den Verletzten bleibt nur das "Recht" auf Unterwerfung oder die "Sünde" des Auszugs oder des lauten Widerstands.“

”Auch kann man sich leicht vorstellen, dass die erlauchte demokratische Revolution im England des 17. Jahrhundert für den islamischen Sudanesen, Palästinenser, Iraker oder den Inder rein abstrakte Theorie blieb. Die ergreifenden Erklärungen der "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" der französischen Revolution müssen in den Ohren der Kämpfer der algerischen Befreiungsarmee wohl sehr falsch getönt haben.“ Die jüngste Pressemeldung lautet: Außenminister Joschka Fischer hat den Kampf gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit als besonderes Anliegen für Deutschland bezeichnet.

”Es ist unerträglich und beschämend für mein Land, dass sich in den vergangenen Jahren Gewalt gegen Fremde und Menschen anderer Hautfarbe in Deutschland wieder gehäuft hat“, sagte Fischer vor der UN-Menschenrechtskommission in Genf. Staat und Gesellschaft sagten allen Formen von Rechtsradikalismus, Rassismus und Antisemitismus einen entschiedenen Kampf an. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit hätten im vergangenen Jahrhundert ”eine furchtbare, zerstörerische Kraft entfaltet und die Menschheit in katastrophale Abgründe geführt“, sagte Fischer. Der Kampf gegen Rassismus gehe jeden Einzelnen an.

Er könne nur wirksam geführt werden, wenn in der Gesellschaft der Konsens gegen Fremdenfeindlichkeit gestärkt werde. Im vergangenen Jahr war in Deutschland die Zahl der rechtsextremistisch orientierten Straftaten deutlich auf fast 16000 gestiegen - 60 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Menschenrechtsbilanz falle weltweit alles andere als befriedigend aus, sagte Fischer. Die Erwartungen der vergangenen Jahre seien nur unvollständig erfüllt worden. Im Zeitalter der Globalisierung gelte jedoch mehr denn je, dass eine Gesellschaft nur Erfolg habe, wenn sie die Rechte des Menschen respektiere. (Abu-r-Rida’ Muhammad Ahmad Rassoul)


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